TSU, 107 | Moderation: Prof. T. Tschumburidse - 17.40-18.05

Zeit und Raum in Literatur und Film (am Beispiel der Erzählung „Eliso“ von Alexander Kasbegi und des gleichnamigen Films von Nikolos Schengelaia)

Tamar Kakhetelidze (Staatliche Ivane Javakhishvili Universität Tbilissi)

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Analyse der zeiträumlichen Beziehungen zwischen Literatur und Film. Untersuchungsgegenstand ist die Erzählung von A. Kasbegi und ihre Verfilmung „Eliso“. Wir versuchen mithilfe der Narrations- und Erzähltheorie (nach Genette, Bachtin, Ricœur, Lotman) beide Gattungen (Erzählung und Film) zu vergleichen.

Heutzutage sind nicht nur fiktionale, sondern auch faktuale Texte von besonderem Interesse für die narratologische Analyse. Darunter ist „intermediale Narratologie“ gemeint, die über Schrifttexte hinausgeht, wie z. B. Bild-Text Erzählungen und Erzählungen mit bewegten Bildern wie in Filmen.

Im Gegensatz zu den bildlichen Darstellungen, wie dem Film, der durch seine Bildsprache raumgebundene Informationen vermittelt, kann der Handlungsraum in der Literatur ohne räumliche Orientierung und Benennung vermittelt werden. Die räumlichen Beschreibungen sind manchmal im literarischen Text unbestimmt und es hängt von der Fantasie des Lesers ab, wo Film eine bestimmte dargestellte Welt aufbaut. Unter Darstellungsraum  versteht man im Gegenteil vom Handlungsraum (erzählerische (diegetische) Welt) die Visualisierung des Textes.

Nach Genette wird narratologische Analyse in verschiedene Kategorien eingeteilt. Eine der wichtigsten Ebenen ist die Zeit (Ordnung, Dauer, Frequenz), wo es um die Reihenfolge der Ereignisse, das Verhältnis zwischen der Zeitspanne und Frequenz geht.

Zum Schluss wird die Transformation der zeiträumlichen Dimension von einem literarischen, erzählten Text in einen Film gezeigt. Dabei werden Gemeinsamkeiten und Unterschiede herausgegriffen.