TSU, 115 | Moderation: Prof. E. Hess-Lüttich - 17.40-18.05

Kontrastive Untersuchung von Phraseologismen mit der Komponente „Wasser“ im Deutschen und Armenischen

Siranush Papoyan (Staatliche W. Brjussow-Universität für Sprachen und Sozialwissenschaften Jerewan)

Obwohl die Sprachen mehr oder weniger große Ähnlichkeiten in ihren phraseologischen Ausdrucksmitteln aufweisen, bereitet das Erlernen von Phraseologismen und ihre Übersetzung aus der Ausgangssprache in die Zielsprache oft Schwierigkeiten. Nach Dobrovol'skij liegt es nicht an der traditionellen nationalen Kultur, sondern weil der Inhaltsplan der meisten Idiome so kompliziert ist, dass es äusserst selten gelingt, ein L2 Äquvalent zu finden, das eine absolut identische semantische Struktur aufweist. Wenn das gegebene L1-Idiom ohne kontextuelle Umgebung ein absolutes Äquivalent L2 zu haben scheint, bedeutet das noch nicht, dass das betreffende „System-Äquivalent“ in allen authentischen Kontxeten als Überstzungsäquivalent auftreten kann. Einer der Gründe dafür liegt darin, dass sich auch sehr bedeutungsnahe Idiome in L1 und L2 durch periphere Bedeutungskomponenten voneinander unterscheiden (Dobrovol'skij, 2014:197-211).

Dieser Beitrag beschäftigt sich mit der kontrastiven Untersuchung von Phraseologismen mit „Wasser“. Es geht um eine interlinguale synchrone Kontrastierung der sprachlichen Subsysteme zwei ganz verschiedener Sprachen. In der kontrastiven Untersuchung stellt der Äquivalenzbegriff das Kernstück der Kontrastierung dar. Deswegen wird im Beitrag auch der Äquivalenzgrad der untersuchten phraseologischen Einheiten  betrachtet. In Bezug auf Äquivalenz sind in der Fachliteratur unterschiedliche Klassifikationen vorgeschlagen worden. Wir folgen der Klassifikation von Heesky, Földes und Chrissou, die drei  Äquivalenztypen unterscheiden: Volläquivalenz, Teiläquivalenz, Nulläquivalenz (Hessky 1987, 57ff, Földes 1996, 117ff, Chrissou 2001, 95ff).

Als Flüssigkeit ist das „Wasser“ die wichtige Voraussetzung für alles Lebendige und ist mit dem menschlichen Dasein untrennbar verbunden. Andererseits ist das Wasser gefährlich, man kann im Wasser untergehen und ertrinken. Diese lebensnotwendige Substanz hat verschiedene qualitative, funktionale, physische und chemische Charakteristiken, die auch in den Phraseologismen ausgedrückt worden sind.

Die Untersuchung hat gezeigt, dass es einerseits zwischen Phraseologismen der beiden Sprachen lexikalisch, syntaktisch und semantisch viele Unterschiede bestehen, andererseits gibt es sogenannte phraseologische Universalien.