TSU, Maro-Makaschwili-Lesesaal | Moderation: Prof. N. Abralawa - 16.50-17.15

Julius Assfalg auf den Spuren der georgischen Handschriften

Nino Tsikhishvili (Arnold-Tschikobawa-Institut für Sprachwissenschaft, Tbilissi)

 

Der berühmte deutsche Orientalist des 20. Jahrhunderts, Julius Assfalg, Professor der Universität München und Ehrendoktor der staatlichen Universität Tbilisi, wäre am 6. November dieses Jahres 100 Jahre alt geworden. Julius Assfalg erforschte äthiopische, syrische, arabische, armenische und georgische Sprachen sowie die alten christlichen Literaturen dieser Länder. Im Jahr 1965 hat sich J. Assfalg in Deutschland für die kartwelologische Forschungsgeschichte interessiert. Der berühmte deutsche Orientalist erforschte die Geschichte von Georgien, georgische Kirchengeschichte, georgische Sprache und Schrift sowie die altgeorgischen Bibelübersetzungen und die georgischen Epigraphik. Neben anderen Fächern bot er verschiedene Kurse in der Kartwelologie (Georgienkunde).

Julius Assfalg veröffentlichte regelmäßig Materialien über die georgische Sprache sowohl als einzelne Editionen, als auch Artikel in verschiedenen Enzyklopädien und bekannten europäischen Zeitschriften, wie z. B. „Lexikon des Mittelalters“, „Kleines Wörtebuch des christlichen Orients“, „Theologische Realenzyklopädie“, „Le Museon“, „Bedi Kartlisa“, „Oriens Christianus“, „Byzantinische Zeitschrift“.

Er interessierte sich besonders für die Herkunft der georgischen Handschriften und erforschte die Geschichte deren Überlebens und Verschwindens. Er verfasste Rezensionen über die neuesten Veröffentlichungen aus diesem Bereich.

1963 veröffentlichte J. Assfalg seine Untersuchung „Georgische Handschriften“ in Wiesbaden. Im Buch werden 15 georgische Handschriften vorgestellt, die in den Bibliotheken deutscher Städte aufbewahrt sind. Durch diese Arbeit wurden die georgischen Handschriften zum ersten Mal nach den modernen wissenschaftlichen Prinzipien beschrieben. Zu jeder Handschrift gibt es eine kurze technische Beschreibung. Der technischen Beschreibung folgt die inhaltliche Beschreibung des Manuskripts, Analyse der Beischriften und Kommentare des Verfassers. Diese Handschriften unterscheiden sich voneinander durch Epoche, den Inhalt, die Entstehung und haben meist fragmentischen Charekter. Die Beischriften halfen dem Verfasser, die Handschriften und die anderen wichtigen Informationen zu datieren. Zum Teil wird die Methode des Vergleichs mit anderen Fassungen verwendet. Assfalg weist auf die große Bedeutung dieser Handschriften hin und betont, dass sie, besonders die älteren Handschriften, sehr wohl eine gründliche Erforschung verdienen

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