TSU, 107 | Moderation: Prof. G. Jovanovic - 9.55-10.20

Europadebatten aus der diskurslinguistischen Perspektive

Ramaz Svanidze (Akaki-Tsereteli-Universtität Kutaissi)

Im Diskurs zum Thema Europa, den ich anhand der quantitativen und qualitativen diskurslinguistischen Methode analysiert habe, beschränke ich mich gezielt auf ein konkretes, von mir erstelltes Korpus und zwar auf folgende mediale Textsorten: öffentliche Reden und offene Briefe. Meine Entscheidung für die Analyse dieser Textsorten hängt damit zusammen, dass mediale Texte das politische und gesellschaftliche Leben beeinflussen. Die Reden von Angela Merkel und Emmanuel Macron wurden anlässlich der Vertragsschließung zwischen Deutschland und Frankreich am 22. Januar 2019 in Aachen gehalten. Im offenen Brief „Für einen Neubeginn in Europa“ vom 4.03.2019 appelliert Emmanuel Macron an die Bürger*innen Europas. Am 10. März 2019 wurde der Antwortbrief „Europa richtig machen (Getting Europe right)“ von Annegret Kramp-Karrenbauer, der Vorsitzenden der CDU Deutschlands, in der "Welt am Sonntag" veröffentlicht. Diese Leittexte waren von großer Tragweite und zeitlich sehr gut platziert, weil sie vor den vom 23. bis 26. Mai stattgefundenen Europawahlen erschienen sind. Meiner Ansicht nach haben sie u. a. dazu beigetragen, dass die grünen und liberalen Parteien die europaskeptischen Parteien überholt haben.

Nach der Auseinandersetzung mit den Termini Diskurs und Textsorten werden sowohl genrespezifische als auch lexikalische, metaphorische und argumentative Aspekte analysiert. Die Untersuchung der Häufigkeitslisten, Schlüsselwörter und Argumentationsketten hat gezeigt, welche Inhalte im Diskurs über Europa dominieren.

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